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Am 14. April 2026 fand im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) in München eine Würdigungsveranstaltung zum Abschluss des Pilotprojekts „CDR in bayerischen KMUs“ statt. Vertreter der Unternehmen Bergzeit aus Otterfing und Outbank aus Vilshofen, die am Projekt teilgenommen hatten, sowie Wegbegleiter aus Wissenschaft und Wirtschaft kamen zusammen, um gemeinsame Erfolge zu beleuchten und zu feiern.
Von CDR profitieren Verbraucher und Unternehmen
Den Auftakt bildete ein Beitrag von Dr. K. Valerie Carl von der Goethe-Universität Frankfurt a. M., die das Pilotprojekt in ihre Forschung aufgenommen hatte. Darin untersuchte sie die Sicht von Verbraucherinnen und Verbraucher auf Unternehmen, die CDR-Aktivitäten betreiben. CDR nützt beiden Seiten. Konsumenten profitieren von sinkenden digitalen Risiken durch die zusätzliche Verantwortungsübernahme durch Unternehmen, letztere wiederum von Vorteilen bei der Marktpositionierung, einer positiveren Wahrnehmung durch Kunden und Geschäftspartner sowie einer höheren Arbeitgeberattraktivität.
Digital Responsibility Award 2026 – Vertrauen wird zur Währung
Die im Februar stattgefundene Konferenz und Preisverleihung zum Digital Responsibility Award 2026 (verliehen vom Veranstalter Bundesverband Digitale Wirtschaft, bvdw) fasste Korinna Tendler (StMUV) zusammen. Mindset der Veranstaltung in Berlin mit Vertretern der Digitalbranche war, dass eine verantwortungsbewusste Digitalisierung in Europa als Zukunftsthema erachtet wird – sei es als Wettbewerbsvorteil oder Business Case.
Krisztina Csernavölgyi vom Mittelständler Outbank, der mit seiner Zero-Knowledge-Multibanking-App ebenfalls unter den Nominierten für den Award war, zeigte sich im Rückblick beindruckt von der Vielzahl der Wettbewerbsteilnehmer sowie der Projekte und sah die Veranstaltung in Berlin als wertvolle Inspirationsquelle für das eigene Schaffen.
Die Relevanz der VerantwortungsWerkstatt für die Digitalisierung von KMUs wurde auch außerhalb Bayerns erkannt. Denn der digitale Werkzeugkoffer durfte den Digital Responsibility Award im Februar mit nach Hause nehmen.
Dank von Ministerialdirektor Dr. Detsch an Bergzeit und Outbank
Stellvertretend für die Hausspitze des StMUV, die das Pilotprojekt ermöglicht hatte, dankte Ministerialdirektor Dr. Rüdiger Detsch im Anschluss den Projektpartnern für ihren Einsatz während der letzten beiden Jahre. Insbesondere den Vertreterinnen und Vertretern von Outbank und Bergzeit.
Diese entwickelten mit Unterstützung des StMUV-Dienstleisters ifok CDR-Maßnahmen: Sie zeigten, wie digitale Lösungen, Verbraucherbelange und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen. Ihre Erfahrungen und Vorgehensweisen stellten sie in der VerantwortungsWerkstatt zusammen. Damit erarbeiteten sie ein praxisnahes Modell, das anderen KMUs hilft, digitale Verantwortung selbstständig im Betrieb umzusetzen.
In diesem Rahmen gab Ministerialdirektor Dr. Detsch bekannt, dass das Bayerische Foresight-Institut im Auftrag des StMUV daran arbeitet, den ersten Schritt der VerantwortungsWerkstatt zu einem CDR-E-Learning für Unternehmensmitarbeiter weiterzuentwickeln.
Blick in die Praxis
Die Projektpartner wurden danach von Bartosz Przybylek (ifok) interviewt.
Die Mitarbeiterinnen des zuständigen Fachreferats im StMUV (vertreten durch Anja Wagmann, Petra Wieser und Korinna Tendler) schilderten, dass sich Verbraucher im Netz oft in einer schwächeren Position gegenüber Unternehmen befinden. Damit digitale Fairness erreicht wird, sollten Unternehmen bei ihren digitalen Produkten und Diensten die Belange von Verbrauchern mitberücksichtigen.
Die mittelständischen Unternehmen Bergzeit (vertreten durch Holger Cecco-Stark und Jule Schneider) und Outbank (vertreten durch Daniel Voggenreiter, Ralf Sangl und Krisztina Csernavölgyi) gaben Einblicke in ihren jeweiligen Projektverlauf und ihre CDR-Maßnahmen. Bergzeit führte an, dass es zu Beginn hilfreich war, den Terminus CDR im Unternehmen zu entmystifizieren. Es stellte sich dabei heraus, dass CDR kein gänzliches neues Thema war – viele Aspekte davon wurden bereits gelebt, ohne dafür einen separaten Namen zu haben.
Gleichzeitig konnten bisher dezentral ablaufende Aktivitäten fortan unter einer gemeinsamen Begrifflichkeit gebündelt werden. Eine wertvolle Erkenntnis war auch, dass CDR nicht als weitere Aufgabe hinzukommt, sondern in Überlegungen und Prozessen mitberücksichtigt werden kann. Outbank bezeichnete die Auseinandersetzung mit dem CDR-Framework als lohnend, da dadurch weitere Verbesserungspotentiale erkannt wurden. Diese konnten bei der weiteren Ausrichtung ihres Kundenangebots berücksichtigt werden.
Franziska Neubauer von der IHK für München und Oberbayern stellte den praktischen Mehrwert der VerantwortungsWerkstatt heraus und bestätigte den Bedarf des Mittelstands nach einem nutzerfreundlichen E-Learning zu CDR.
Die Zukunft mitgestalten
Zum Abschluss warf das Bayerische Foresight-Institut einen Blick in die Zukunft. Christina Moser stellte kurz-, mittel- und langfristige Szenarien in der Digitalisierung vor und leitete daraus künftige CDR-Handlungsfelder ab. Die Erkenntnisse sollen Unternehmen und Startups helfen, ihre Organisation fit zu machen für kommende Veränderungen. Dies wird umso wichtiger, da sich der digitale Wandel, v.a. getrieben durch KI, immer schneller vollzieht und neue Denkansätze und Routinen erfordert. Die gute Nachricht dabei ist: Zukunft lässt sich gestalten, indem Potentiale und Risiken identifiziert, Prioritäten gesetzt und Weichen gestellt werden.